Alles hat seine Zeit


P1120600_klAls ich kürzlich vom Büro nach Hause gefahren bin und wie sooft vor mich hin grübelte, kam mir dieser Satz in den Sinn „Alles hat seine Zeit“. Ich glaube, ich habe ihn irgendwo mal gelesen. Keine Ahnung. Jedenfalls beschäftigt er mich seither immer wieder.

Nach meiner letzten OP dachte ich, schnell wieder auf dem Damm zu sein und mehr oder weniger nahtlos an meinem bisherigen Tempo anknüpfen zu können. Tatsächlich ist nun fast ein Jahr begonnen und ich sehe langsam ein, dass ich noch immer nicht ganz wieder auf dem Damm bin. Es ist trügerisch, dass man heutzutage so schnell aus dem Krankenhaus entlassen wird. Kaum hat man das Bett verlassen, kann selbstständig essen und seine Notdurft verrichten, ist man schon wieder daheim. Spätestens ab dann beginnt eine kleine Uhr zu ticken, die ständig sagt „du bist wieder daheim! Nun aber zügig, zügig wieder in den Alltag“. 

Die OP-Wunden verheilen zumindest äußerlich auch meist relativ schnell und so unterschätzt man – oder zumindest ich – die realen Auswirkungen einer OP. Tatsächlich habe ich nach fast einem Jahr immer noch nicht so recht in den Alltag zurück gefunden. An den meisten Tagen bin ich unwahrscheinlich müde und zwar in einer Form, die nichts mit dem üblichen „mal nicht ausgeschlafen“ zu tun hat. Ich glaube mittlerweile, dass diese Müdigkeit nur jemand nachempfinden kann, der ähnliches erlebt hat. Es scheint so zu sein, dass unser Körper auch lange nach einer „Gesundung“ die verlorenen Energien einsammeln muss. Ähnliches habe ich über Krebserkrankungen und verschiedene chronische Krankheiten bereits gelesen. Diese bleierne Müdigkeit scheint uns Kranke zu vereinen – und vielleicht die Schmerzen, mit denen wir uns immer wieder herum plagen. Alles, aber wirklich alles ist anstrengend und zu jeder Bewegung muss ich mich überwinden und aufraffen. Gleichzeitig treibt mich eine innere Unruhe, endlich wieder „Leistung“ bringen zu wollen. Ein Teufelskreis….Leonie

Bei mir ist dieser Monat auch nicht besonders nett zu mir. Ich habe wieder oft Schmerzen, müsste mich eigentlich mehr bewegen und kann mich gleichzeitig zu nichts aufraffen… Die Woche nach dem Feiertag habe ich Urlaub – und mir fest vorgenommen, keine Termine zu vergeben und wirklich einfach mal die Füße hoch zu legen oder vielmehr Dinge zu tun, die mir gut tun – und keine Kraft kosten. Häufig ist es bei mir ja die Kombination aus „Spaß machen“ und „Kraft kosten“ – was auf Dauer auch nicht gut ist. Also werde ich ausspannen -zumindest habe ich es vor.

Das Wetter ist uns ja derzeit zumindest sehr wohl gesonnen. Es lädt zum Seele baumeln lassen ein. In diesem Sinne: einen wunderschönen Sonntag euch allen.

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2 Antworten zu Alles hat seine Zeit

  1. Yvonne schreibt:

    Ich kenne diese Müdigkeit ich habe Multiple Sklerose. Genieße deinen Urlaub und schone dich tanke die Kraft die du brauchst. Ich drücke dir die Daumen das es dir hilft! Schönen Sonntag

Schnurr mir was...

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