Kleiner Lebenshof – Anam Cara


Peter

Peter

Manchmal liegt das Gute direkt vor der Haustüre. Das sagt man sprichwörtlich ja und tatsächlich stimmt es sogar gelegentlich. Kurz vor meiner OP war ich heute noch mal etwas Schönes erleben und besuchte den kleinen Lebenshof „Anam Cara“. Es ist ein kleines Teilgrundstück auf einem konventionellen Hof, das zwei Studentinnen liebevoll und mit sehr, sehr viel Kraft und „Spucke“ Stück für Stück herrichten und den Tieren dort eine schöne Lebenszeit schenken. Es ist sicherlich keine „heile Welt“ dort neben den anderen Tieren, aber – so kam es mir in den Sinn – es ist ein „kleines Stück geheilte Welt“. Das  trifft es ganz gut, denke ich. Es sind über ein Dutzend Streunerkatzen, die kürzlich eine echte Luxus-Futter-Villa erhalten haben. Ein paar Hühner, zwei Schweinchen, Hasen, Meeris (wo waren die eigentlich oder hab‘ ich mir das eingebildet?!) und zwei Pferde. Alle Tiere haben eins gemeinsam:  Sie sind in unserer Gesellschaft als „überflüssig“ bewertet worden und leben nur deshalb, weil zwei Menschen alles dafür tun, dass sie dem Schicksal trotzen.

Omi

Omi

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, diesen Hof zu besuchen. Die zwei Mädels sind mit so viel Herzblut dabei, wie es sich so manch‘ ein „professioneller“ Tierschutzverein abschauen könnte. Es geht um die Tiere – um nichts anderes sonst und das tut so gut… Ich war mit meiner Kamera bewaffnet und habe über 300 Aufnahmen in weniger als zwei Stunden gemacht. Natürlich ist viel Ausschuss dabei, aber es sind so wahnsinnig viele schöne Aufnahmen dabei, dass ich heute hier nur einen winzig kleinen Teil online stellen kann. Es ist mir aber ein Bedürfnis, dieses Erlebnis noch vor meiner OP mit euch zu teilen und mich damit auch erst mal zu verabschieden (am Montag geht’s los – drückt mir die Daumen).

Ganz besonders hat mich ein kleines Pony berührt. Eigentlich habe ich es nicht so mit Pferden – egal welcher Größe. Ich finde sie wunderschön, keine Frage, aber ich habe auch einen riesigen Respekt vor ihnen. Meine Ma ist ein totaler Pferdefan und konnte das nie verstehen. Sie nähert sich selbst dem größten Pferd souverän und in dem Glauben, dass diese kraftvollen Geschöpfe schon wissen, was sie mit ihrer Kraft tun oder besser lassen. Als Kind habe ich mit meinem Bruder immer eine Mutprobe gehabt. Wer sich traut, den Pferden auf einem regionalen Bauernhof etwas auf der Hand zu geben, hat gewonnen. Wir haben beide verloren… Immer…

Tassilo

Tassilo

Heute war es anders, denn Tassilo hat mich sehr berührt. Diese unendlich traurigen Augen, diese angespannte, vor Schmerz erstarrte Körperhaltung. Er hat mir so wahnsinnig leid getan. Er kämpft gegen einen akuten Hufrehe-Schub und wird liebevoll gepflegt und behandelt. Was Schmerzen bedeuten, weiß ich nur zu gut und so näherte ich mich ihm langsam und mit all meiner Herzenswärme. Er ist wunderbar sanft und ist für ein Stück Möhre sogar zwei Schritte gelaufen. 🙂 Man sah, wie viel Überwindung es ihn gekostet hat, aber er hat es getan. Wir haben jetzt einen Deal gemacht. Ich überstehe meine OP am kommenden Montag und berappel mich dann schnell wieder und wenn ich das nächste Mal den Hof besuche, springt er mir ohne Hufrehe entgegen und zeigt mir, wie lebensfroh er sein kann. Also, ich kann zwar nicht so gut „pferdisch“ wie „kätzisch“, aber ich glaube, wir haben uns verstanden. 😉  Bleibt nur zu hoffen, dass es keiner von uns beiden wieder vergisst.

Der kleine Hof finanziert sich übrigens ausschließlich über den persönlichen Einsatz sehr, sehr engagierter Menschen und privaten Spenden. Die Mädels haben kürzlich einen Amazon-Wunschzettel angelegt (zu finden hier: http://www.amazon.de/gp/registry/wishlist/2JDRIY583OAYR/ref=cm_wl_it_del oder über ihre Facebookseite: https://www.facebook.com/lebenshofanamcara) und würden sich über quasi jede kleinste Hilfe freuen, die sie bekommen können. Natürlich könnt ihr auch über meinen Paypal-Account etwas zu den Mädels schicken. Bei Interesse schreibt mir einfach eine Mail. Dann tauschen wir uns aus und ich versichere euch, dass jeder Cent bei den Tieren des Hofes ankommt. Man kann nur ganz vage erahnen, was allein die Behandlung von Tassilo kostet… Wie auch immer – egal, ob jemand von euch etwas geben kann und möchte: es war und ist mir ein Bedürfnis, euch von diesen beiden Menschen und ihren Tieren zu erzählen. Bangt und hofft mit ihnen und schickt ihnen eine ganz große Portion Kraft und Zuversicht. Es ist unglaublich, was sie dort leisten und so wunderschön, es für einen Moment miterleben zu dürfen.

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Eine Antwort zu Kleiner Lebenshof – Anam Cara

  1. Elke schreibt:

    Hallo, liebe Carmen,

    ich finde es immer bewunderswert, wenn liebe Menschen bereit sind, den armen Tieren zu
    helfen. Wie du schreibst, ist es ein toller Lebenshof für verschiedene Tiere, die keiner haben
    möchte. Es ist schon sehr traurig, wie die Menschen mit den Lebewesen umgehen und sie einfach
    im Stich lassen. Schöne Bilder hast du dort eingefangen und die Miezen sehen sehr gepflegt
    aus. Peter und Omi sind zwei entzückende Vierbeiner.
    Tassilo tut mir so leid, dass er sich mit scheußlichen Schmerzen herumplagen muss.
    Hoffentlich kann ihm geholfen werden. Da haben die beiden Mädchen viel Arbeit auf sich genommen und alles ist mit viel Geld
    verbunden. Ich hoffe ganz stark, dass sie mit viel Unterstützung rechnen können und sich die
    Tiere weiterhin gut aufgehoben und geborgen fühlen können!!!
    Dir, liebe Carmen, drücke ich für die morgige OP beide Daumen. Du wirst es schaffen und
    komme bald wieder so richtig auf die Beine!!! Die Katzen und deine Familie brauchen dich!

    Liebe Grüße von
    Elke

Schnurr mir was...

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