CNI: Katzensmoothies für die Nieren


smoothie5Katzen sind ehemalige Wüstentiere, deren Körper perfekt auf ein Leben in trockenen und heißen Gebieten abgestimmt ist. Ihre Leistung, aus wenig Flüssigkeit viel zu „kompensieren“, ist beeindruckend. Getrunken wird in der Regel hauptsächlich während der Nahrungsaufnahme – und dann ziemlich gründlich. Wer eine Wildkatze beim Fressen beobachtet (und zwar die „echten“ und keine Streunerkatzen, die viele als Wildkatze bezeichnen, nur weil sie mit Menschen nichts am Hut haben), kann gespannt dabei zusehen, wie kein Tropfen Blut von ihr verschwendet wird. Es wird ratzeputz jeder Tropfen zusammen mit der Nahrungsportion aufgeschlabbert – denn in der freien Natur weiß die Wildkatze nie, ob sie an einer geeigneten Wasserstelle vorbei kommt oder eben nicht. Sie nimmt ihre Flüssigkeit also im Wesentlichen über ihre Nahrung auf (was die Absurdität, eine Katze mit Trockenfutter zu ernähren sehr schön veranschaulicht).

Was ist aber nun, wenn Miezchen daheim doch nur eine begrenzte und offenbar für ihren Körper nicht ausreichende Flüssigkeitsmenge zu sich nimmt oder aufgrund einer chronischen Krankheit – wie CNI – mehr Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. Tja, dann wird’s für den Halter spannend!

NaFu-Beutel als Basis; dazu kommen dann 200 ml Wasser

NaFu-Beutel als Basis; dazu kommen dann 200 ml Wasser

Bei meinen beiden Grazien hatte ich zwischenzeitlich nahezu alles Vorstellbare durch. Trinkbrunnen, abgestandene Wasserlachen, Thunfischwasser, Leitungswasser und stilles Mineralwasser (aus lauter Verzweiflung auch mal „Katzenwasser“), Huhn- bzw. Fleischsud, verdünnte Milch/ Sahne, Wasser mit Steinchen drin, magnetisiertes Wasser, reines Tierblut und so weiter und so fort… Nichts half so wirklich. Sahne war eine zeitlang ganz ok, aber das kann ich den beiden ja nicht wirklich dauerhaft als Hauptflüssigkeit geben.

Die Lösung der letzten beiden Jahre waren dann tatsächlich subkutane Infusionen. Mit jeder Blutuntersuchung hieß es „die zwei sind dehydriert“ und mit jeder Untersuchung sah ich als einzige praktikable Lösung die Infusionen. Es klappt auch gut. Die beiden haben sich wunderbar dran gewöhnt. Polly kommt sogar sofort auf ihr Infusionsdeckchen geflitzt und schnurrt. Findet das Ganze ziemlich toll, mit Mama zu kuscheln, zu klickern und auch noch Leckerchen zu bekommen.

Mitschi Matschi

Mitschi Matschi

Trotzdem suchte ich weiter nach einer „natürlichen“ Lösung und wurde denkbar einfach fündig: Katzensmoothies! Damit meine ich nicht diese merkwürdigen Pasten und Cremchen, die man von diversen Herstellern als Pudding und sonstiges kaufen kann (ich kenne ehrlich gesagt keine einzige Katze, die das mag). Nein, unser Smoothie wird selbst gemacht. 🙂

Er ist denkbar einfach herzustellen und leicht zu variieren. Meine beiden Mädchen stehen z.B. total auf die Nierendiätfutterbeutel von Royal Canin und Hills, die es normalerweise bei uns nicht gibt (sie werden nach wie vor überwiegend gebarft). Ist der Hunger aber arg groß oder wenn die beiden einen Durchhänger haben, gibt es eben auch diesen Fertigfraß. Dass selbiger aber mal ein wahres Geschenk sein würde, habe ich kaum für möglich gehalten.

... und schlabber schlabber

… und schlabber schlabber

Für den Smoothie gebe ich jedenfalls eine Tüte NaFu in einen großen Behälter, kippe 200 ml Wasser drauf und schmeiße den Mixstab an. Die Masse wird fein und cremig püriert und schließlich auf zwei Portionen verteilt. Cleo besteht noch auf ein paar gemörserte TroFu-Kräckerchen und schlabbert dann ihre Portion genüsslich weg. Et voilà: je 100 ml Flüssigkeit sind in der Miezekatze. 🙂 Ich probiere diese Mischung nach und nach mit verschiedenen Futtersorten aus. Es geht am besten mit solchen, die sehr stark riechen (um nicht „stinken“ zu sagen). Darunter fallen bisher leider nur die etwas bedenklicheren von den o.g. Herstellern oder auch sowas wie Kattovit & Co. Ist mir an dieser Stelle aber herzlich egal, wenn meine Mäuse dadurch endlich ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und wir die Infusionen aktuell sogar einstellen können… Vielleicht hilft es dem einen oder anderen. Feedback ist wie immer gerne willkommen!

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10 Antworten zu CNI: Katzensmoothies für die Nieren

  1. monika knie schreibt:

    ich habe meine trinkfaulen miezen mit etwas sand aus dem aquarium und wasserpflanzen (mit natürlichem fischgeruch) ans trinken gebracht…alles in ein grosses glasgefäss wasser drauf wunderbar kippe jeden tag mindestens einen liter was drauf
    lg

    • Hallo und Dankeschön für den Tipp! Eine Rückfrage dazu noch: Muss der Sand und die Wasserpflanzen vorher in einem „echten“ Aquarium gewesen sein oder kann ich mir das einfach in der Zoohandlung kaufen und daheim ansetzen? Ich hab‘ nämlich kein Aquarium, würde es aber gerne mal damit versuchen.
      Liebe Grüße
      Carmen

  2. Charlotte schreibt:

    Ich bin froh, dass ich das Trinkproblem mit meinen beiden Fellnasen nicht habe. In meinem Häuschen stehen an drei verschiedenen Stellen Wassernäpfe, die von beiden ausgiebig besucht werden. Da Freitag leider auch viel lieber Trockenfutter frisst, als Nassfutter (am liebsten Royal Canin Exigent Aromatic Attraction und RC Vitalität *grins*), bin ich ganz froh über die viele Trinkerei…..auch wenn ich deswegen bergeweise Katzensstreu verbrauche und wöchentlich eine Mülltüte fast nur damit fülle. :-o. Ich hoffe, dass das auch noch lange so bleibt.
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • Huhu Charlotte,
      als meine beiden noch TroFu bekamen, haben sie auch verstärkt getrunken. Leider nehmen die Mäuse dabei aber nicht annähernd so viel Flüssigkeit auf, wie es zur Kompensation des TroFus nötig wäre. Probier’s mal aus und nimm ein Glas mit Wasser, leg ein paar TroFu-Pellets rein und warte bis sie vollgesogen sind. Es dauert ewig lang und sie saugen sehr viel Wasser auf… Es lohnt sich auf alle Fälle, das TroFu zu reduzieren. 😉
      Liebe Grüße
      Carmen

  3. Habe ich ähnliche erfahrungen gemacht, je ungesunder desto schmackhafter. Nun ja. Ich habe gute Trinkergebnisse mit Brühe insamt pürierten Fleisch gemacht und auch gebe ich zu, dieses fragwürdige Aktion gestartet zu haben, die Frostmäuse (heissgeliebt) mit Wasser zu „befühlen“ (mit Spritze). Danke für diesen Beitrag. LG

    • Huhu Grazia,
      das pürierte Fleisch hatte bei uns leider nicht funktioniert. Ich vermute, dass es nicht genug riecht. Vielleicht versuche ich es nochmal und erwärme es, damit es stärker duftet. 🙂
      Wir probieren mal weiter…
      Liebe Grüße
      Carmen

Schnurr mir was...

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