Huch! Ich bin entspannt!


niedernbergZugegeben, bis zu meiner Anreise heute Nachmittag hatte ich wenig bis gar keine Lust auf den Teamleiter-Entwicklungsworkshop, den wir freiwillig-unfreiwillig nun offenbar in einem mehr oder minder regelmäßigen Rhythmus gegönnt bekommen. Ich bin eigentlich jemand, der täglich versucht, sein Bestes zu geben, zu reflektieren, besser zu werden und z.B. auch Probleme anzusprechen und anzugehen. Ich denke mir immer, dass ich keinen expliziten Tag oder Ort für „irgendwas“ brauche. Ich brauche keinen Muttertag, um meiner Ma zu zeigen wie sehr ich sie lieb habe und brauche. Ich brauche keinen Hochzeitstag, um mich auf den Wert meiner Ehe hinzuweisen. „Urlaub“ im Sinne von Wegfahren/ Abhauen brauche ich eigentlich auch nicht, weil ich auch Zuhause eine wundervolle und entspannende Zeit verbringen kann. Nichts desto trotz „musste“ ich mich diesem gemeinsamen Event beugen – und hatte nicht wenig innerlichen Widerstand dagegen…

Natürlich bin ich mittlerweile „alt genug“, um zu wissen, dass man sich gewissen Zwängen einfach beugen muss, um keine unnötige Energie zu verschwenden und so machte ich auch bei diesem „Event“ gute Miene zu bösem Spiel und wollte einfach das Beste draus machen. Gestern wurde mein Mann nochmal in die „aktuelle Versorgung“ unserer Katzen eingewiesen, damit ich diese Verantwortung (oder besser mein Pflichtgefühl) guten Gewissens an ihn abtreten konnte.

Heute begann ich den Tag schließlich ganz bewusst ein bisschen langsamer als sonst, denn der Workshop sollte erst am Nachmittag in einem nicht allzu weit gelegenen Hotel liegen und ich gönnte mir den Luxus, eben nicht vorher nochmal ins Büro zu fahren. So konnte ich in aller Ruhe meinen Kaffee von daheim aus, mit Polly auf dem Schoß liegend, beginnen und dabei einige Mails abarbeiten und ganz entspannt  Dinge für unser aktuelles Projekt erledigen, für die mir im Büro einfach zu wenig Luft bleibt. Auf dem Weg ins Hotel gabelte ich eine Kollegin auf und plauderte sehr angenehm über dies und das, – auch etwas, für das ich mir im Büro meist zu wenig Zeit nehme.

Die Ankunft im Hotel war für mich überraschend. Erwartet hatte ich ein klassisches, eher steriles Tagungshotel und begrüßt wurde ich von einem traumhaft schönen Hotel direkt am See mit einem wirklich schönen und geschmackvoll eingerichteten Zimmer, in dem ich mich sofort wohl fühlte (ein Gefühl, das ich in Hotels sonst so gut wie nie habe). Der Workshop an sich verlief auch angenehm entspannt und flüssig, sodass mir die Stunden gar nicht wie Stunden vorkamen, sondern eher wie ein „kurzer Moment“. Besonders das positive Feedback eines Kollegen hat mich in einer der Gesprächsrunden sehr gefreut, weil wir lange (offen gestanden waren es mehrere Jahre…) immer irgendwie aneinander vorbei geredet und mehr gegen als miteinander gearbeitet hatten. Vor Kurzem löste sich der Knoten als ich ihm einfach mal sagte, was ich an ihm schätze und dass mir die aktuelle Zusammenarbeit mit ihm sehr gut gefallen würde. Seitdem arbeiten wir tatsächlich richtig gut MITeinander und genau das bestätigte er mir heute sozusagen nochmal vor großem Publikum. Schön, dass nicht nur ich diese Veränderung wahrgenommen habe und immer wieder faszinierend, wie einfach die Lösung manchmal sein kann.

Nach dem Workshop hatten wir knapp zwei Stunden für uns zur Verfügung. Einige sind an dem idyllischen See spazieren gegangen und auch ich hatte mir überlegt, mich anzuschließen. Stattdessen zog ich mich zurück und machte das, was ich mir schon ewig mal wieder vorgenommen hatte, aber irgendwie doch nie gemacht habe: Ich bin im Hotelpool schwimmen gegangen. Ich LIEBE schwimmen! Das ist so ziemlich der einzige Sport, der mir wirklich Spaß macht, und nachdem ich mich nach ein paar Bahnen etwas ausgepowert und den Kopf frei bekommen hatte, fragte ich mich wieder mal, warum ich das eigentlich nicht öfter mache. Meist priorisiere ich dann doch etwas anderes oder fühle mich einfach so unansehnlich, dass ich mich in der Öffentlichkeit definitiv nicht im Badeanzug zeigen möchte. *seufz* Auch heute hatte ich kurz überlegt, ob ich wirklich das Risiko eingehen möchte, auch noch von Kollegen im Badeanzug gesehen zu werden. Schlussendlich war es mir dann aber doch egal und es war einfach herrlich, die Bahnen zu ziehen, meine Gedanken schweifen zu lassen und meinen Körper so richtig auszupowern. Toll!

Die heiße Dusche danach wusch schließlich den letzten Rest meines Gedankenchaos der letzten Tage im Kopf weg, sodass ich fit und gleichzeitig entspannt zu einem ebenso angenehmen Abendessen gehen konnte. Jetzt sitze ich im Bett, lasse den Tag ein wenig Revue passieren und denke mir, dass ich vielleicht doch hin und wieder mal eine Auszeit nehmen sollte. Einfach mal auch örtlich aus dem Alltag entfliehen und abschalten. Das Hotel hier ist ideal. Es ist nur eine halbe Stunde von daheim entfernt – ich kann jederzeit „im Notfall“ zurück, was mir die Möglichkeit gibt, mich tatsächlich auf diese Entspannung hier einzulassen. Ich frage mich nicht die ganze Zeit, was wäre, wenn ich jetzt wirklich dringend heim müsste. Es wäre ja in nur einer halben Stunde einfach möglich. Gleichzeitig ist das Hotel so traumhaft gelegen, dass ich mich wirklich „weit weg“ von allen Sorgen fühlen kann. Schön, dass aus diesem eher gezwungenen Event doch etwas so Schönes geworden ist, und egal, was morgen der Workshop noch bringen mag: diesen schönen Tag kann mir niemand mehr nehmen. Ich sauge jede Minute davon in mir auf…

Ach ja… Natürlich kann ich nicht ganz aus meiner Haut und habe eben mit meinem Mann telefoniert und natürlich hat er mir den Hörer zu unseren Schätzchen gehalten, sodass ich Cleo in ihrer einzigartigen Art maunzen hören konnte und meine beiden Süßen leise schmatzen hörte, als ihnen mein Mann noch einen kleinen Abendsnack gegeben hat. Unglaublich wie so ein kleines Geräuch so viel Liebe, Sicherheit und Glück auslösen kann…. und die Sehnsucht, morgen wieder zu meinen Lieben nach Hause zu fahren – so schön es hier auch ist…. Typisch oder?! 😉

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