Produkttest: Litter Champ – Viel Litter, wenig Champ


links: Litter LockerII rechts: Litter Champ

links: Litter LockerII
rechts: Litter Champ

Heute machen wir wieder einen Ausflug in die wunderbare Produktwelt für Tiere. 😀 Die Freude wird aber gleich getrübt – das getestete Produkt hält m.E. nicht, was es verspricht. Aber mal lieber von Anfang an…

Seit Jahren benutze ich schon die Streu-Mülleimer, mit denen man à la Windeleimer in Null Komma Nix die müffelnden Hinterlassenschaften unserer Fellchen beseitigen kann. Ich weiß, zu diesem Thema gibt es verschiedene Weisheiten und Ansichten (z.B. „warum trägst du das Zeug nicht gleich raus?“), aber ich gehöre zu der bekennenden Fraktion der Schön-Wetter-Rausgeher und erspare mir doch gerne einen nicht zwingend notwendigen Gang zum Mülleimer… Jedenfalls hatte ich mit dem Litter Locker I gestartet, der ganz ok war in seiner Funktionalität, aber schließlich von dem Nachfolger, Litter Locker II, abgelöst wurde. Beim Litter Locker II schaufelt man Streu und Exkremente mit einer mitgelieferten Schaufel in die runde (und immer ein wenig zu kleine) Öffnung des Eimers und zieht schließlich an einem Griff, um den ganzen Schrott durch eine sich öffnende Klappe in den darunter liegenden Müllbeutel zu befördern. Ist selbiger Müllbeutel voll, wurde oder vielmehr wird der Litter Locker II nach hinten aufgeklappt, der Müllbeutel mittels eines integrierten Messers abgeschnitten, raus getragen und schließlich ein neuer Teil der Müllbeutel-Kartusche raus gezogen und verknotet. Klingt einfach? Ist es auch…

Nun sind meine Litter Locker II etwas in die Jahre gekommen und schließlich geschah es: einer der Eimer gab seinen Geist auf und wollte ersetzt werden. Ich überlegte lang, ob ich mir nun das Nachgänger-Modell holen sollte oder doch lieber nicht. Zooplus versucht bereits seit Monaten, den Verkauf anzukurbeln. Erst bekam man dort keine ganzen Litter Locker mehr und schließlich musste man sich auch für die Ersatz-Müllbeutel einen anderen Lieferanten suchen. Naaaa gut, dachte ich und bestellte den Litter Champ. Schon bei dem Namen erwartet man Tolles oder?!

Tja, leider sind Namen nur Schall und Rauch – und das ist der Litter Champ für mich auch. Er ist optisch mittlerweile ein kleines Monster und überragt seinen kleinen Bruder um ein paar Zentimeter. Das allein wäre nicht schlimm, aber er ist leider ziemlich undurchdacht. „Sehr bemüht“ würde man in der Zeugnissprache sagen.

Die mittlerweile eckige Öffnung ist zwar durchaus sinnvoller und auch größer als die seines Vorgängers, aber leider mit einem manuell auslösbaren Klappmechanismus versehen, der den Streugeruch einschließen soll. Da fängt der Ärger nun aber an. Man kann diese Klappe wahlweise mit einer Hand offen halten (und die gefüllte Streuschaufel daran vorbei manövrieren) oder aber sie mit jeder vollen Schaufel aufdrücken und a) die Hälfte des „Streuguts“ nebendran verteilen und b) die Klappe als solche völlig eindrecken. Dafür – und das wird in Verbraucherforen immer wieder als schwachsinnig bemängelt – hat der Eimer einen Tretmechanismus für den Deckel als solchen. Ähm… Ja… Also, ich gehe zum Reinigen der Katzenklos immer in die Hocke und könnte daher gut auf einen Tretmechanismus für den Deckel verzichten. Andererseits könnte ich ihn natürlich gut dafür brauchen, die Geruchschutzklappe mit dem Fuß zu öffnen, aber soweit dachte der Hersteller nicht. Die ist nämlich nicht mit dem Tretmechanismus gekoppelt… Schade.

Was auch schade ist, dass die mitgelieferte Schaufel nun nicht mehr wie im Vorgängermodell in einem leicht abnehmbaren (und damit reinigbaren) Behälter untergebracht werden kann, sondern an einem ziemlich gakeligen Haken an der Seite des „Champs“ angebracht wird, um einen Hauch von „Igitt“ zu verteilen – zumindest bei mir. Auch wenn ich die Schaufel regelmäßig reinige, finde ich die Idee, dass evtl. Verunreinigungen in einem Behälter miteinander spielen dürfen und sich nicht an meinen Wänden & Co verteilen, irgendwie netter.

Wirklich ekelig wird es aber, wenn man den „Champ“ mal eine Weile in Gebrauch hat. Ich weiß nicht genau, worin der Unterschied zum Vorgänger liegt, aber dort roch tatsächlich auch beim Befüllen des Behälter nichts oder nur sehr, sehr wenig. Beim Litter Champ hingegen sticht einem schon nach wenigen Benutzungen ein beißender Uringeruch aus den Tiefen des Champs entgegen und verteilt sich penetrant im Raum. Dafür habe ich diesen Eimer sicherlich nicht, denn genau das sollte er ja verhindern.

Das Beutelwechseln habe ich noch nicht getestet, mache mir da aber auch keine allzu großen Sorgen, dass das mit dem Litter Champ nicht auch halbwegs über die Bühne gehen wird. Anstelle des Aufklappens nach hinten wird der Champ nun seitlich geöffnet, was zumindest ein Vorteil zu sein scheint. Man muss sich nicht ein Mal über die ganze Geschichte drüber beugen, während man dem Litter Locker II beim Aufklappen doch manchmal näher kam als sich das meine Nase gewünscht hätte.

Zu guter Letzt noch der Preis… Den Litter Locker II bekommt man bei Fressnapf aktuell für 9,99 €. Ursprünglich hatte er um die 20 € gekostet. Die Nachfüllkartuschen erhält man ebenfalls noch bei Fressnapf für 6,99 € einzeln bzw. 17,99 € im 3-er Pack. Der Litter Champ schlägt in der Anschaffung aktuell bei Zooplus mit 17,99 € zu Buche (herabgesetzt von 29,99 €). Die Kartuschen sind im Angebot zu 3,99 € einzeln (sonst 5,99 €) bzw. 9,99 € im 3-er Pack (sonst 11,97 €) erhältlich.

Mein Fazit ist eindeutig: Ich will meinen Litter Locker II zurück! Auch wenn ich mich an die Unwegbarkeiten des „Champs“ sicherlich bis zu einem gewissen Grad gewöhnen würde, so ärgere ich mich doch über die vielen kleinen nicht durchdachten Schwächen des „großen Nachfolgers“ und finde den Gestank wirklich widerlich. Es scheint mir, als wollte man unbedingt ein teuer zu verkaufendes Nachgängermodell auf den Markt werfen, das auf Teufel komm raus einige Neuerungen in der Funktion haben musste. Es erinnert immer mehr an die Funktionalität eines „echten“ Windeleimers, bei dem es z.B. tatsächlich nicht darauf ankommt, dass man die „Geruchschutzsklappe“ mit der Hand – oder eben der Windel – aufklappen muss. Eine Windel ist – meistens 😀 – ein relativ hygienisch zusammenrollbares Teil, während so eine Streuschaufel mit ordentlich „heißer Ware“ bepackt sein kann. Ich überlege, dieses Dinge wieder zurückzuschicken oder anderweitig zu verhökern und mir meinen alten Litter Locker II bei Fressnapf zu holen (und mich dabei gleich für die nächsten Jahrzehnte mit Nachfüll-Kartuschen einzudecken). Von mir gibt es dieses Mal eindeutig keine Kaufempfehlung…

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Katze

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4 Antworten zu Produkttest: Litter Champ – Viel Litter, wenig Champ

  1. Ellen Weiß schreibt:

    Hallo..
    ich glaube mal, dass hier ein großer Irrtum vorliegt:
    Der Litter locker 2 ist der Nachfolger vom Litter Champ und nicht umgekehrt !
    Darum sind ja auch die Nachfüllkassetten vom Litter locker 2 so teuer!

    • Hallo zurück,
      na ja, ich habe alle drei Varianten sozusagen in ihrer Verfügbarkeit mitverfolgt. Es gab einen Litter Locker 1, welcher dem 2 sehr ähnlich war und schließlich gab es – deutlich später – den Litter Champ.
      Im Grunde ist es aber auch egal. Die Produktbewertung bleibt ja die Gleiche. 😉
      Nette Grüße
      Carmen

  2. Charlotte schreibt:

    Ich bin auch absoluter Litter Locker-Fan! 🙂 Denkst Du denn, dass dieser demnächst ganz aus dem Sortiment verschwinden wird? Dann müsste ich mich nämlich auch noch mit Ersatzmülltüten-Kartuschen eindecken… :o)
    Ganz liebe Grüsse
    Charlotte

    • Hallo Charlotte,
      tja, ich weiß es natürlich nicht, fürchte aber schon. Auf kurz oder lang wird er wohl verschwinden – war mit dem Litter Locker I ja auch so. Ich werde mich jedenfalls erst mal ordentlich eindecken. 😀
      Liebe Grüße
      Carmen

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