Blog-History: Katzenkuschler – Was ist das eigentlich?


Antonio - Katzensenior

Antonio – Katzensenior

Als ich mich auf den Seiten des Tierheims über mögliche Ehrenamt-Tätigkeiten informierte, stolperte ich als Katzen-Fan direkt über den Aufruf, dass  „Katzenkuschler“ gesucht werden. Katzen? Kuscheln? – Klar, da bin ich dabei! Tatsächlich kommen die Pfleger leider nur selten dazu, ihren Schützlingen neben dem Allernötigsten auch noch Streicheleinheiten und sonstige Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist einfach zu viel zu tun bei zu wenig Personal.

Als Katzenkuschler kann man täglich auch außerhalb der Öffnungszeiten vorbei kommen und sich mit den Samtpfoten beschäftigen – sooft es die eigene Zeit eben zulässt. Das war für mich sehr wichtig. Die Pflegerinnen üben keinerlei Druck aus. Man kann kommen und gehen wann man möchte (so lange eben ein Pfleger im Tierheim ist) und es ist auch völlig ok, wenn man mal eine zeitlang nicht kommt.

Neben den verschmusten „Klebekatzen“ – die quasi permanent um die Beine streichen – hat man besonders außerhalb der Vermittlungszeiten die Chance, auch eher scheue oder „problematische“ Miezen besser kennen zu lernen und sie mit viel Geduld und Verständnis aus ihrem Schneckenhäuschen zu locken. Oft reicht es einer Mieze aus, wenn man einfach nur da ist und sie neben einem liegen kann. Andere würden am liebsten in den Kuschler rein kriechen und saugen jede Berührung quasi in sich auf.

Samantha - eine liebe und bei uns noch etwas schreckhafte Zuckermaus

Samantha – eine liebe und bei uns noch etwas schreckhafte Zuckermaus

Ein besonderes Geschenk sind die Momente, in denen sich eine besonders scheue oder auch etwas zickige Katze das erste Mal – vielleicht auch nur kurz – berühren lässt oder ich in das Zimmer komme und anstelle der üblichen Flucht vor dem „Feind“ eine Katze auf mich zukommt, mir kurz um die Beine streicht und dann wieder geht. So, als wolle sie mir sagen „Hey, schön, dass du mal wieder da bist.“

Die Zeit mit den Katzen ist viel wichtiger als viele sich vorstellen. Die Tiere sind besonders kurz nach ihrer Ankunft meist völlig verstört. Die meisten verbringen ihre ersten Tage unter dem Bett, in einer Box oder sogar im Katzenklo (wo ihr eigener Geruch am intensivsten ist und sie so „bestmöglich“ Sicherheit empfinden). Einige zittern am ganzen Leib, andere fauchen vor sich hin und wiederum andere scheinen alles über sich ergehen zu lassen. Nur mit viel Geduld und Ruhe kann man diese armen Seelen beruhigen und ihnen zeigen, dass alles gar nicht so schlimm ist wie es sich für sie zunächst anfühlt.

Gaby

Gaby

Aber auch wenn die Katzen länger da sind, ist das „Katzenkuscheln“ sehr wichtig. Wenn es nicht gerade Streunerkatzen sind, schätzt jede noch so kratzbürstige Mieze durchaus die Anwesenheit eines Dosis -und sei es nur, dass sie ein wenig direkte Ansprache hat. Zu jeder Katze, die ich bisher kennenlernte, fand ich eine Kontaktmöglichkeit. Huckleberry zum Beispiel lässt sich meist nicht mal eine oder zwei Minuten streicheln… mit Schatten spielen geht aber minutenlang mit wachsender Begeisterung. Genauso ist es bei der kleinen Bella, mit der ich seit einiger Zeit das Berühren übe. Sie spielt unheimlich gerne und dabei berühre ich sie immer mal wieder ganz „zufällig“, damit sie die Scheu vor meiner Hand verliert…

Brummi

Brummi

Durch den engen Kontakt mit den Samtpfoten sind es auch oft die Katzenkuschler, die bei der Vermittlung Auskünfte über das Verhalten und den Charakter einer Katze geben können. Ist eine Katze krank, merken es oft auch die Katzenkuschler als Erste, dass mit der Mieze etwas nicht stimmt. Sie ist vielleicht etwas ruhiger als sonst, ihr Fell fühlt sich nicht so weich an oder es sind andere minimale Auffälligkeiten, die auf eine Krankheit hindeuten. Katzenkuscheln ist daher viel mehr als „nur“ bei den Katzen zu sitzen und sie zu streicheln.

Probiert es doch auch mal!

 Dieser Blog-Eintrag ist vom:  25.August 2010

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