Frauchen, ich hab‘ Durst


WasserUnsere geliebten Hauskatzen stammen bekanntlich von den in der Wüste lebenden Falbkatzen ab und sollten von Hause aus eigentlich mit einem sehr guten Wasserhaushalt ausgestattet sein. Sind sie – eigentlich – auch, denn ihre Nieren sind wahre Zauberkünstler im Filtern von Schadstoffen und Konzentrieren des Urins. Dennoch leiden immer mehr Hauskatzen unter Nieren- oder auch Harnleiter-Problemen. Ja, sicherlich sind viele dieser chronische Krankheiten bei unseren Haustieren zu einem nicht unerheblichen Teil durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel und all die anderen Sünden, die auch wir Menschen uns regelmäßig antun, verschuldet oder zumindest negativ mit beeinflusst. Dennoch sehe ich an meinen eigenen beiden Felltigern, dass damit nicht alles begründet ist. Ist Miezchens dann „Filteranlage“ erst mal gestört, schlägt ihr eigentlicher Vorteil – mit sehr wenig Flüssigkeit auszukommen – zumindest in einem Aspekt echt in einen Fluch über. Als ehemalige Wüstentiere sind sie es gewöhnt, ihren Wasserbedarf weitgehend über die Nahrung abzudecken. Leider halten sie es daher meist auch nicht für nötig, zusätzlich Flüssigkeit aufzunehmen. Ist der Durst durch die Krankheit nicht schon groß, bekommt man Mieze nur schwer dazu, etwas zu trinken. Die Möglichkeit, Wasser in der Nahrung unterzumischen, ist nur begrenzt möglich und umfasst häufig eben nicht die benötigte Wassermenge pro Tag.

Mittlerweile habe ich immer mehr den Eindruck, dass zumindest meine Katzen in Sachen „Trinken“ echte Banausen sind oder von ihrer Mama nicht beigebracht bekommen haben, dass man als Katze durchaus hin und wieder auch mal trinken KANN. Als sie noch halb und halb Trocken- und Nassfutter bekommen hatten, habe ich sie regelmäßig trinken sehen. Seit sie aber nur noch Feuchtnahrung bekommen (in die ich auch zusätzlich Wasser mische), sehe ich sie quasi gar nicht mehr trinken. Für ihre beginnende CNI ist das natürlich nix und ihr Blutbild belegt schon länger eine Dehydration.

Da ich von vielen Katzenhaltern das Problem kenne, dass die Tigerchen nicht ausreichend trinken, habe ich hier mal verschiedene Tipps zusammengestellt, die jeder für sich ausprobieren kann (wenn er/ sie denn mag). Gleich vorweg: Ob Ihr Miezchen eines oder mehrere dieser Angebote auch tatsächlich wahrnimmt, steht in den Sternen. Einen Versuch ist es allemal wert, denke ich.

Wasser ist nicht gleich Wasser

Das können vermutlich fast alle bestätigen. Wer einen einigermaßen sensiblen Geschmackssinn hat, kann zwischen verschiedenen Wassersorten (bzw. Herstellern) durchaus Unterschiede erkennen. Es ist also einen Versuch wert, seinem Miezchen nicht nur Leitungswasser anzubieten, sondern sich auch mal durch die verschiedenen Mineralwasser-Hersteller zu probieren. Selbstverständlich kommt hier nur stilles Mineralwasser ohne Kohlensäure in Frage und es sollte natriumarm sein. Bei Leitungswasser kann man zudem ein wenig tricksen, indem man es vor dem Anbieten abkocht und etwas stehen lässt. So schwemmen sich evtl. Zusätze aus der Aufbereitungsanlage (z.B. Chlor) aus. Die sensiblen Näschen unserer Tiger reagieren mitunter empfindlich auf diese Zusätze.

Manche schwören zudem auf magnetisiertes Wasser, bei welchem dem Wasser schlichtweg ein kleiner Magnet beigefügt wird. Diese Magnete gibt es z.B. hier und ich habe diese Variante in meiner Verzweiflung auch schon ausprobiert, jedoch zumindest bei meinen Katzen ohne Erfolg. Für den einen oder anderen mag diese Magnet-Geschichte ohnehin Hokus-Pokus sein, aber ich persönlich bilde mir ein, dass mein Trinkwasser tatsächlich weicher schmeckt und den von mir oft verhassten „Nachgeschmack“ eben nicht hat. Ich muss sehr viel stilles Wasser trinken, weil mein Darm nicht richtig funktioniert und durch Wasser etwas unterstützt wird. Es gab Tage, an denen mir von dem vielen Wasser übel geworden ist und das ist seit den Magneten bei mir nicht mehr aufgetreten. Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden, ob er an so etwas glaubt und es probieren möchte. 😉

Während es bei uns Menschen bei Leitungs- und Mineralwasser aus der Flasche schnell wieder aufhört, ist das Angebot für unsere Katzen weitaus größer. Viele Katzen stehen total auf Regenwasser und so lohnt es sich, ihnen das draußen aufgefangene Regenwasser mal anzubieten oder auch z.B. den Topf für das Zyperngras bewusst größer zu wählen, damit sie dort das stehende Blumenwasser schlabbern können. Ganz wichtig ist natürlich, dass sie die Pflanzen auf keinen Fall düngen sollten (aber darauf sollten sie in einem Katzenhaushalt im Zweifel ohnehin verzichten).

Last not least gibt es im Zoohandel auch spezielle Katzenmineralwasser, der allerdings auch „nur“ stilles Wasser ist, welchem i.d.R. Taurin zugefügt wird. Taurin ist für Katzen zwar sehr wichtig, sollte aber über eine gesunde Ernährung schon ausreichend zur Verfügung stehen.

WasserMuss es immer frisch sein?

Eindeutig: nein! Auch hier entscheidet der persönliche Geschmack der Katze. Es gibt nicht wenige Katzen (wenn nicht gar die Mehrheit), die besonders gern aus abgestandenen Tümpeln und Brackwasserlachen trinken. Während sie es bei Freigängern eh nicht vermeiden können, wo sie ihre Zunge überall rein hängen, können sie Wohnungskatzen dieses gammelige Vergnügen durchaus bewusst anbieten. Bei uns Zuhause gibt es in den Trinkschälchen immer verschiedene „Altersklassen“ an Wasser. Es gibt ein Schälchen, welches täglich gewechselt und gereinigt wird. Eines, welches nur alle paar Tage gewechselt und gereinigt wird und wiederum eines, welches ich nur ein Mal die Woche wechsle. Die Blumenuntersetzer im Freigehege werden meist nur nachgefüllt und nicht oder nur selten gereinigt. Hier hat sich mittlerweile ein Algenparadies entwickelt und zumindest nach den Mückenlarven patschen meine beiden hin und wieder mal. Manche Katzen mögen das Wasser auch ganz frisch aus der Leitung (aus dem laufenden oder tropfenden Wasserhahn).

Wasser mit Geschmack

Was für uns Cola, Kaffee, Limo oder ähnliches ist, kann für Mieze ein Schälchen Milch (laktosefrei), Sahne (ebenfalls laktosefrei), Thunfischwasser oder ähnliches sein. Katzen sind Feinschmecker (wem sage ich das?!) und so schätzen auch sie es, wenn das Wasser hin und wieder etwas Geschmack hat. Fenchel- und Kamillentee dürfen ebenso hin und wieder (!) angeboten werden wie beispielsweise Wasser, welchem 1-2 Tropfen Baldrian oder auch Katzenminze zugesetzt ist.

Verschiedene Trinkgefäße

Was die Darreichungsform angeht, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Manche Katzen schlabbern gerne aus tiefen Schüsseln, während andere Samtpfoten möglichst flache Teller bevorzugen. Einige rühren Schalen, bei welchen sie mit ihren Schnurrhaaren an den Rändern anstoßen, prinzipiell nicht an und wiederum andere hängen ihr Schnütchen kopfüber in einen Krug. Bei Polly habe ich es schon beobachtet, dass sogar die Farbe entscheidend ist. Schwarze oder blaue Gefäße werden auch beim Futter verschmäht, während helle Schalen voll im Trend liegen.

Pläscher, plätscher

BrunnenWer nicht den ganzen Tag im Waschbecken den Wasserhahn angedreht lassen möchte, kann es mal mit einem Trinkbrunnen versuchen. Der war auch bei meinen beiden lange Zeit die einzig akzeptierte Wasserquelle. Leider ignorieren sie ihn nun aber auch schon seit geraumer Zeit. Ich hatte ihn sogar komplett ausgetauscht, für den Fall, dass der alte vielleicht nicht mehr richtig „schmeckt“ (wer weiß, ob man alles immer so sauber bekommt, wie Mieze es gerne hätte).

Trinkbrunnen gibt es – wie könnte es anders sein – in verschiedenen Modellen und aus brunnen kihverschiedenen Materialien . Ich persönlich halte von allen Plastikvarianten gar nichts, weil viele Katzen auf Plastik mit Katzenakne reagieren (so auch meine). Das streicht die meisten Modelle, die man im Tierfachhandel erhält, aus der Optionsliste. Keramikbrunnen lassen sich m.E. besser reinigen und werden von den Katzen besser vertragen (hinsichtlich Akne). Es gibt Brunnen, bei denen das Wasser wie von einem kleinen Wasserfall runter fällt oder welche, bei denen das Wasser aus einem kleinen Loch nach oben sprudelt. Wir haben ein Modell von Keramik-im-Hof, bei welchem aus einer großen Kugel das Wasser raus sprudelt und ganz neu einen Kaskadenbrunnen, welcher dem Plätschern aus dem Wasserhahn ähnelt. Welche Form der „Wasserbewegung“ Ihr Tiger mag, müssen Sie ausprobieren. Um nicht 1.000 verschiedene Brunnen zu kaufen, können Sie Ihren Tiger einfach mal in der Badewanne oder im Waschbecken testen. Schlabbert er vom laufenden oder tropfenden Wasserhahn? Mag er es, wenn Sie mit der Hand in einem „stehenden Gewässer“ plätschern?

Da is‘ ja was drin!Wasser

Manchmal hilft es, wenn das Wasser mit etwas Aufregendem kombiniert wird. Egal, ob sie ein Spielzeug rein werfen (z.B. Steinchen, Kugeln…) oder es ein Leckerchen rauszufischen gilt (hier eignen sich Flaschenverschlüsse hervorragend, um es als Leckerchen-Schiffchen zu verwenden), sobald es irgendwie spannend wird, muss nahezu jede Mieze mit der Pfote rein. Achten Sie bitte darauf, dass die Gegenstände nicht zu klein sind, damit sie nicht verschluckt werden können. Ansonsten lassen Sie Ihre Fantasie spielen…

Huch! Da ist ja Wasser!

Katzen bevorzugen es generell, wenn Futter- und Trinknapf getrennt voneinander stehen. Aus ihrer „wilden Vergangenheit“ haben sie nach wie vor die Angewohnheit, zwischen Futter- und Trinkplatz zu wandern, sodass beide Näpfe mindestens 2 m voneinander entfernt stehen sollten. „Meine Katze trinkt auch direkt neben dem Futternapf“, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Ja, mag sein, aber sie wird es sicherlich bevorzugen, wenn Sie den Napf etwas weiter weg stellen und die Chance ist groß, dass sie dann noch mehr schlabbert.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, wenn Miezchen das Wasser „finden“ muss. Es muss also nicht offensichtlich mitten im Weg stehen, sondern darf durchaus etwas versteckt sein. Auch diese Eigenschaft haben sie von ihren Vorfahren übernommen, die in der Wüste relativ selten großzügige Seenlandschaften mitten auf ihrem Weg fanden. 😀 Sie dürfen also ruhig etwas kreativ sein und mehrere Stellen anbieten (erhöht, auf dem Boden, offensichtlich, etwas versteckt…).

Es gibt also wirklich zahlreiche Möglichkeiten, Miezchen zum Trinken zu animieren. Übrigens kann auch die Wassertemperatur entscheidend sein. Manche mögen handwarmes Wasser, für andere muss es relativ kühl sein (bitte aber nie aus dem Kühlschrank servieren). Als ich irgendwann die Übersicht verloren habe, was ich schon alles versucht habe, habe ich mir eine Tabelle gemacht und alles drauf geschrieben, was man probieren könnte. Mit jedem Versuch habe ich den Punkt dann weg gestrichen oder kommentiert, ob es geklappt hat. Das einzige, womit ich meine Nasen zum Trinken bekommen habe, ist Kondensmilch, Sahne oder Milch. Aktuell feilschen wir um den Verdünnungsgrad, denn allzu viel von dieser „Süßigkeit“ ist auf Dauer auch nicht gut. Ansonsten stehen überall verteilt die verschiedensten Trinkmöglichkeiten aus Wasser (an denen ich sie quasi nie sehe… 😦 ).


Katze

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