Raubtierfütterung: Das ist doch viel zu teuer…


Cleo lässt sich die "teuerste" Komponente schmecken: Lachs in Sushiqualität

Cleo lässt sich die „teuerste“ Komponente schmecken: Lachs in Sushiqualität

Wenn ich Bekannten davon erzähle, dass ich meine Katzen selbst bekoche bzw. ihnen Fleisch und Fisch vom Metzger hole, höre ich immer zwei Argumente dagegen: „Das ist mir zu viel Arbeit – dafür habe ich keine Zeit“ und „Das ist doch viel zu teuer“.

Das erste Argument (Zeit/ Arbeit) habe ich schon in einem meiner bisherigen Artikel widerlegt. Trotzdem noch mal zusammengefasst, wie viel Zeit und Arbeit mir diese Art der Fütterung aktuell macht. Ich habe zwischenzeitlich die Zubereitung weitgehend routiniert und brauche dadurch noch weniger Zeit:

  1. 1x wöchentlich Fleisch/ Fisch einkaufen (kein zusätzlicher Zeitaufwand). Das mache ich sowieso auch für mich immer und zwar Freitag oder Samstag. Dabei kaufe ich einen Teil frischen Fisch und Fleisch sowie einen Teil abgepacktes Hackfleisch, das sich i.d.R. eine Woche lang hält.
  2. Zubereitung einer halben Wochenration am Einkaufstag und zur Wochenmitte (je ca. 1/2 Stunde)
    Dafür werden 1-2 Karotten geschält, geraspelt und mit heißem Wasser überbrüht, mit dem Fleisch abgewogen, vermengt und zu jeweils zwei Portionsbällchen geformt abgepackt. Eine Portion Fisch wird am Einkaufstag roh verfüttert (daher achte ich auf Sushi-Qualität). Hier entfällt also die Bratzeit für mich. Meistens raspel ich etwas mehr Möhre und mache mir daraus dann auch gleich einen Salat. Win-Win! 🙂
    Man kann theoretisch auch eine halbe Stunde pro Woche sparen, indem man eine ganze Wochenration vorbereitet. Bei meinen beiden ist die Akzeptanz auf zwei Mal besser, aber es wird vielleicht auch Wochen geben, in denen das nicht so geht.
  3. Tägliche Zubereitung (2x täglich 5 Minuten)
    Zu Beginn habe ich jede der vier Futterrationen täglich frisch gebraten, supplimentiert und serviert. Das war mir zu Beginn wichtig, um die Akzeptanz zu erhöhen und weil ich die Portionen selbst auf vier Mahlzeiten aufteilen musste (in den ersten Tagen wurde laut gegen das wesentlich geringere Volumen protestiert). Mittlerweile bereite ich morgens je zwei Portionen in einem zu und abends auch wieder. Dafür wird ein Fleischbällchen mit etwas Gänseschmalz und Wasser in der Pfanne geschwenkt, abgekühlt und mit Mineralstoffen verschmischt angereicht. Da auch Polly sich mittlerweile an das geringere Gesamtvolumen gewöhnt hat, kann ich ihr Schälchen danach stehen lassen. Sie schlingt nicht mehr alles auf einmal auf und hebt sich einen Teil für später auf. Cleos Futter muss ich nach dem Fressen sofort weg nehmen, weil Polly aus Futterneid sonst dran geht (aber das war früher auch schon so). Wenn sie das Fleisch verweigern, bekommen sie einen Teelöffel Schrottfutter untergemengt und schon flutscht es…. meistens 😉

Der Zeitaufwand/ die Arbeit sind zumindest für mich also kein Argument. Ja, man steht ein- oder zweimal wöchentlich für etwa eine halbe Stunde in der Küche, aber das ist zumindest für mich kein Problem. Ich kombiniere das zeitlich mit meiner eigenen Essenvorbereitung (z.B. während meine Nudeln kochen).

Kommen wir zu den Kosten… Bisher hatte Pollyich Premium-Nassfutter gefüttert. Das liegt bei locker 1,00 € bzw. 1,30 € pro Beutelchen, wovon meine beiden Nasen pro Tag etwa vier Beutel gefressen haben. Damit es leichter zu rechnen geht, gehen wir mal von 4 € aus (nicht jeder kauft so teures Futter wie ich, allerdings fressen auch nicht alle Katzen so wenig wie meine 😉 ). Wir kommen bei einem Monat mit 30 Tagen (Sie sehen, ich rechne nicht gern mit krummen Zahlen) auf: 30 x 4 € Futter = 120 € monatlich

Das frische Fleisch (alles Bio bis auf den Hirsch) kostet pro Woche: Rinderhack 5,33 €, Thunfisch 2,92 €, Lachs 5,57 €, Hirsch 3,06 € und  Möhren 0,99 –> 17,87 € pro Woche, d.h. 2,55 € pro Tag und 76,59 € monatlich (Rundungsfehler sind ein Geschenk des Hauses).

Die Supplemente haben ca. 20 € gekostet und werden locker ein halbes Jahr reichen. Also runden wir die Summe einfach auf 80 € monatlich auf und haben eine Ersparnis von 40 € monatlich bei zwei Katzen. Das sind im Jahr immerhin knapp 500 €. Wow! Unsere beiden Fellis hatten bisher täglich zwischen 160g und 180g gefressen. Jetzt sind es nur noch 70 bzw. 75 g. Wer also einen großen Kater hat, der 400g täglich verschlingt, für den reduzieren sich die Kosten vergleichsweise stärker.

Dazu kommt eigentlich auch noch das Katzenstreu, das gerne bei dem Thema außer Acht gelassen wird. Ich verwende Cats Best Öko Plus. Ein 20 l Sack kostet etwa 13 €. Die täglichen Verbrauchsmengen habe ich nicht beobachtet (könnte ich wohl noch tun, wenn mir mal langweilig wird) und betrachte der Einfachheit halber nur die Verbrauchsmenge, die ich beim Komplettreinigen der Klos aufbringe. Eine Klofüllung musste bei uns bisher ca. alle vier Wochen gewechselt werden. Die 20 l sind dabei sehr knapp bemessen, weil wir drei Katzenklos haben und ich mit einem Sack nicht ganz für eine Komplettmischung auskomme. Sei es drum. Auch hier verwende ich sicherlich nicht das billigste Streu, weshalb man in der „Mischkalkulation“ die Feinheiten sicher unterschlagen kann. Mittlerweile reicht eine Streuladung locker 6 Wochen. Polly und Cleo haben nicht mehr täglich Stuhlgang und die Kotmenge ist insgesamt wesentlich geringer geworden. Der Fairness halber muss ich zugeben, dass Polly seit einiger Zeit wohl auch hin und wieder draußen uriniert, was das Ergebnis sozusagen verfälscht. 😀 Dennoch brauche ich schon wegen der Kotmenge weniger Streu und muss es seltener wechseln.

BARFHinsichtlich des Umweltgedankens ist diese Art der Fütterung sicherlich auch attraktiv. Jeden Tag eine Dose oder einen Beutel in den Müll zu kippen oder nur ein Mal wöchentlich die Verpackung des Fleisches zu entsorgen, ist schon ein Unterschied. Die Tagesportionen packe ich in kleinen Tuppern ab, die ich dadurch immer wieder verwenden kann.

Natürlich muss jeder für sich diese Rechnung aufstellen. Jede Katze frisst unterschiedlich viel oder wenig und auch bei den Fertigfutterpreisen gibt es gewaltige Unterschiede. ES kauft wohl auch nicht jeder Bio (oder gar Sushi-Qualität). Allerdings ist es für mich persönlich auch kein fairer Vergleich mehr, wenn ich ein hauptsächlich aus Getreide und Schlachtabfällen bestehendes Produkt für 0,40 € pro Beutel mit hochwertigem Fleisch vergleiche. Ich vermute auch, dass von den Billigfuttermitteln wesentlich mehr Menge verfüttert werden muss (mit wesentlich mehr Hinterlassenschaften, die zu entsorgen sind), was den vergleichsweise geringen Stückpreis wieder relativiert. Wie immer muss jeder die Entscheidung selbst treffen. Für uns hat sich die Umstellung jedenfalls auch finanziell „gelohnt“ (von dem gesundheitlichen Aspekt ganz abgesehen).


Katze

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