Wie geht’s eigentlich: Dem Ermittler-Team 2/3


Der kleine Blitz Mila

Der kleine Blitz Mila

So geht die Ermittler-Geschichte weiter…

Nach dem kurzen Transport vom Tierheim in die eigene Wohnung, stellten wir die beiden Transportboxen erst einmal im designierten Katzenzimmer ab. Beide in Reichweite des nächsten Katzenklos und so, dass die beiden sich sehen konnten. Dann öffneten wir die Türen und warteten ab, was passieren würde. Im Tierheim war eigentlich Gibbs immer derjenige gewesen, der einem eher nahe kam und sich auch mal streicheln ließ, aber Überraschung – Abby traute sich zuerst aus der Box und begann vorsichtig, die Lage zu erkunden. Erst nachdem sie wohl grünes Licht gegeben hatte (sie besuchte den Kater in seiner Box), traute auch er sich raus.

Wir haben die beiden dann erst mal alleine den Raum erkunden lassen und uns aus dem Zimmer getrollt. Durch die Glastüre zwischen Wohnzimmer und Arbeitszimmer konnten wir trotzdem gut beobachten, wie der Raum erkundet wurde. Erst vorsichtig und dann immer selbstsicherer.

Wir begrenzten den Aktionsradius die nächsten Tage zunächst einmal auf das eine Zimmer. Eine Kontaktaufnahme konnte am besten während der Fütterungszeiten hergestellt werden. Langsam gewöhnten sich die beiden an ihr neues zu Hause und an uns. Im nächsten Schritt gingen wir dazu über, dass sie weitere Zimmer erkunden durften, wenn wir selber im Haus waren. Dies taten die beiden Süßen auch sehr gerne und waren immer wieder ein wenig enttäuscht, wenn sie in „ihr“ Zimmer zurück sollten. Aber auch das sollte sich bald ändern.

Im Tierheim hatte sich Tina schon lange in eine kleine schwarze Katze mit Namen Mila verguckt. Ein ganz scheues und auch wehrhaftes Tier, das, sobald man das Zimmer betrat, sofort Reißaus nahm und auf ein Rohr über der Eingangstüre flüchtete und jeden von dort aus anfauchte und mit Krallen begrüßte, der ihm dort zu nahe kam. Mila saß im selben Zimmer wie unsere beiden Miezen und hatte so gut wie keine Chancen auf Vermittlung. Als wird Abby und Gibbs mitnahmen war gerade mal eine Interessentin da gewesen, die sich aber nie wieder meldete. Auch Mila saß nun schon 1 Jahr im Tierheim. Nachdem wir uns ausführlich Gedanken darum gemacht hatten, ob wir Mila auch noch ein zu Hause geben sollten, beschlossen wir, ermutigt von Anja aus dem Tierheim, es zu versuchen. Wir wollten die Kleine „mitlaufen“ lassen und waren uns klar darüber, dass es sein konnte, dass sie nie eine Katze zum Anfassen werden würde. Ein wenig Respekt hatten wir, wenn wir an das Thema Tierarztbesuch dachten, denn wie sollten wir das Tier in eine Transportbox bekommen, wenn der Fall eintrat. Doch wir waren zuversichtlich, auch dafür eine Lösung zu finden – die allerdings schlagartig verschwand, als Anja versuchte Mila aus dem Zimmer zu „fischen“ und dabei doch arg zerfleddert wurde!

Doch jetzt noch einen Rückzieher machen, war keine Option und so nahmen wir  den  kleinen Wildfang mit nach Hause. Zuhause angekommen wiederholten wir die Prozedur und stellten die Transportbox in die Nähe der Katzentoilette, öffneten die Türe und warteten ab. Es dauerte eine ganze Weile, bis Mila sich heraustraute und dann verschwand sie auch gleich auf einen der höchsten erreichbaren Punkte im Katzenzimmer. Wir ließen sie dort erst mal in Ruhe und warteten ab. Als es Abend und dunkel wurde, traute sich die kleine Maus dann mal herunter und Richtung Klo und Freßnapf.

Mit Speck fängt man Mäuse; mit Spielen fängt man Katzen ;)

Mit Speck fängt man Mäuse; mit Spielen fängt man Katzen 😉

Sobald wir aber das Zimmer betraten, war sie wie ein geölter Blitz wieder verschwunden. Das ging die nächsten Tage so und zwischenzeitig konnte man auch mal Knurren und  Fauchen aus dem Zimmer hören, wenn eine der beiden anderen Katzen zu neugierig in  Richtung von Milas Rückzugsort kam. Das ging etwa eine Woche so, dann wurde Madame mutiger und man sah sie auch mal tagsüber. Ein unangenehmer Nebeneffekt war, das  Abby nun Protest pinkelte. Zwar hatten sich die 3 Katzen im Tierheim soweit gut  verstanden, doch, ggf. auch durch den zeitlich versetzten Einzug bedingt, kam es nun zu  Spannungen. Wir setzten dem Feliway entgegen und nach 3 Wochen, in denen Abby  immer mal wieder auf diese spezielle Art ihren Unmut kundtat, beruhigte sich das Ganze  und das Protest pinkeln hörte wieder auf. Gott sei Dank gab es danach nur noch ganz  selten Rückfälle in dieser Hinsicht.

Wie sehr sich das Wesen der Katzen ändert, wenn sie erst einmal dem Tierheim Stress entgangen sind, ist schon erstaunlich. Als Erstes wurde der Kater zutraulich und sogar richtig kuschlig. Abby blieb erst mal reservierter und duldete kraulen nur, wenn sie selber gerade schläfrig war oder wirklich Lust darauf hatte. Die erstaunlichsten Fortschritte machte Mila. Zunächst konnten wir sie durch spielen aus dem Versteck und aus der Reserve locken. Beim Spielen versuchten wir immer wieder mehr oder minder erfolgreich sie anzufassen, bis sie dies nicht mehr mit beißen und kratzen quittierte. Außerdem öffneten wir unser Schlafzimmer für den Katzenverkehr, so dass alle 3 uns nachts, wenn wir schliefen, näher begutachten konnten. Das schaffte Vertrauen und so strichen mir Abby und Gibbs bald morgens um die Beine, wenn sie Fressen haben wollten. Mila schaute dabei zu und eines Tages kam es zu einer Premiere. Ich stand morgens im Flur neben einem Regal und Mila schoss, wie ein geölter Blitz durch die Lücke zwischen meinem Bein und Regal und touchierte mich dabei. Dies wiederholte sich mehrmals. Die erste Vorstufe zum „um die Beine streichen“!

Wenig später strich auch diese kleine scheue Katze morgens um meine Beine, wenn Fütterungszeit war. Während dem Füttern war dann sogar dezentes kraulen erlaubt. Meine Freundin spielte immer wieder intensiv mit den Katzen und nahm sie auch hoch. Mutig und nicht immer unblutig, aber von Erfolg gekrönt. Gibbs mutierte binnen  kürzester Zeit zum Kuschelmonster und Abby ließ sich auch besser anfassen. Mila machte die grössten Fortschritte und wurde immer mutiger.

…Weiter geht’s im dritten Teil…


Katze

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