Was muss ich wegfahren…


Ratten-Krabbelgruppe

Ratten-Krabbelgruppe

Ich habe diese Woche Urlaub (endlich!) und den heutigen Nachmittag für einen ausgiebigen Tierheimbesuch genutzt. Es war stellenweise etwas umtriebig, weil heute Vermittlungstag war und so einiges an Publikumsverkehr im Katzenhaus zu Gange war. Ich hatte mich mit Uschi verabredet und stellenweise standen wir wie bestellt und nicht abgeholt im Gang oder der Küche, weil das einzige „voll“ besetzte Vermittlungszimmer bereits mit Interessenten belegt war. So blieb aber auch genug Zeit für ein ausgiebiges Schwätzchen bei Kaffee und mitgebrachten Kuchen und Kräppeln. Jammi!

Da die durch und durch unkomplizierten und umgänglichen Katzen im zweiten Vermittungszimmer ausgiebig von Interessenten bespaßt wurden, beschäftigten Uschi und ich uns eher mit den Katzen, die wegen ihres etwas schwierigen Charakters oder gesundheitlicher Problem/chen kaum Besuch haben. Der erste Weg führte zu Goliath, wobei ich gar nicht bei ihm ankam. Er ist im Kleintierhaus untergebracht, wo kürzlich eine ganze Horde kleiner und großer Ratten eingezogen ist. Diese habe ich zunächst fotografiert, während Uschi Goliath bespaßte. Kaum war ich fertig mit dem Fotografieren, war es auch mit Goliaths Laune vorbei und Uschi kam aus seinem Zimmer.

Simba

Simba

Da im Vermittllungszimmer noch immer der (Leo-)Bär steppte, gingen Uschi und ich ins Freigehege zu Simba, der sich trotz frischer Temperatur mit seinem wärmendem Pelzchen dort Ruhe verschaffte. Kuscheln ließ er sich von uns aber sehr gerne und so guckte er ein wenig trüb als wir – ohne Pelz – relativ schnell wieder ins Warme flüchteten. Leider – so muss man sagen – verzieht sich der ruhige Senior bei Trubel direkt ins Freie, was seine Vermittlungschance sicher nicht verbessert. Dabei ist er ein ganz toller Kater. Unaufdringlich, aber doch sehr anlehnungsbedürftig. Er kommt nicht unbedingt direkt auf den Schoß gekrabbelt, ist aber gern in der Nähe – z.B. auf oder an den hochgelegten Beinen. Ich könnte ihn mir wunderbar bei älteren oder einfach nur gemütlichen Menschen auf der Couch oder im Fernsehsessel vorstellen und hoffe sehr, dass ihn bald jemand in sein/ ihr Herz schließt.

Von Bert, dem FeLV-Katerchen im kleinen Aufnahme-Zimmer, habe ich mich nur kurz verabschiedet, während Uschi zu Minka ging. Er zieht am Freitag in sein neues Zuhause und bisher hatten wir keine Gelegenheit, uns kennenzulernen. So fiel der heutige Abschied auch eher unterkühlt aus. Man mag es ihm verdenken – und mir auch. 😉

Minka

Minka

Der nur kurze Besuch bei Bert verschaffte mir die Möglichkeit, auch noch kurz bei Minka vorbei zu schauen. Das Klebekätzchen hatte sich die Pfote verknackst und ist zur Beobachtung (und zum Schutz vor evtl. Verfolgungsjagden durch Maxi) für ein paar Tage dort untergebracht. Für ihr Füßchen ist das sicher heilsam, für ihre Seele aber gar nichts. Minka wäre am liebsten den ganzen Tag bei einem Menschen und dort vorzugsweise auf dem Schoß oder – wie wir heute feststellen durften – als Stola

Minka

Minka

über den Nacken gelegt. Vermutlich würde sie dort auch während eines Hausputzes, während des Kochens oder sonstigen Störfaktoren des Menschen ausharren bevor sie dann – hoffentlich bald – wieder auf einem gemütlichen Schoß Platz nehmen könnte. Hach, ist die Kleine drollig…

Last not least landeten wir bei Maya in der Krankenstation. Die Arme ist dort seit Monaten untergebracht, weil ihre Zahnfleischentzündung einfach nicht heilen möchte. Der Tierarzt hat schon alles Mögliche versucht, aber nichts will so richtig anschlagen. Maya ist eine ganz sensible und anlehnungsbedürftige Kätzin, die sich sehr über unseren Besuch gefreut hat. Über sie gibt es morgen einen extra Artikel mit einigen Fotos, die ich heute von ihr machen konnte. 😉

Maya

Maya

Alles in allem war ich knapp vier Stunden im Tierheim und bin total entspannt und sehr glücklich nach Hause gekommen, wo nicht nur mein Mann, sondern auch meine beiden eigenen Fellis schon auf mich warteten. Polly liegt auch grade wieder in meinem Schoß und beäugt skeptisch, dass ich nicht zu viel rum tippe und sie eventuell zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Ich weiß, für viele wäre dieser Tag nichts Besonderes und schon gar kein Urlaub, aber für mich war es ein durch und durch schöner Urlaubstag, der mich sehr glücklich gemacht hat. Immer wieder ernte ich verständnislose Gesichter, dass ich im Urlaub nicht verreisen möchte. Auch mein Mann würde gerne wegfliegen und so denke ich auch öfter mal darüber nach, dass es doch schön wäre, mal etwas anderes zu sehen und Neues zu erleben. Wenn ich aber ehrlich zu mir bin, brauche ich das eigentlich nicht. Ich bin Zuhause sehr glücklich – bei meiner Familie, bei meinen Tieren und auch bei „meinen“ Pfleglingen im Tierheim. Ich habe durch meinen Beruf und meine täglichen Verpflichtungen so wenig Zeit für meine Lieben. Was soll ich da auch noch wegfahren, wenn ich endlich mal Zeit für sie habe…


Katze

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