Tierheim Darmstadt: Jahresrückblick


Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich wieder an einem Jahresrückblick des Darmstädter Tierheims arbeite. Nun bin ich endlich fertig und habe mit einem lachenden und einem weinenden Auge das Tierheim-Jahr in einem kleinen Film verabschiedet. Es war wieder viel los und nicht immer gab es ein Happy End, was leider nur allzu oft von den meisten Menschen übersehen oder verdrängt wird. Sowohl Menschen, die ein Tier im Tierheim abgeben, als auch häufig Besucher des Tierheims reden sich ein, dass es den Tieren dort sicherlich gut gehe. Insbesondere in Darmstadt sehen die Vermittlungszimmer im Katzenhaus so schön heimelig aus. Da müssen sich die Tiere ja doch wohl fühlen. Tatsächlich kommen nur die wenigsten Tiere mit dem Stress im Tierheim gut zurecht. Sie leiden unter dem Verlust ihres gewohnten Reviers, ihren gewohnten Ritualen, z.T. natürlich auch sehr unter dem Verlust ihres menschlichen oder tierischen Gefährten und die allerwenigsten kommen mit den vielen anderen Tieren und den ständig wechselnden Menschen und dem Lärm um sie herum klar. Grade in Darmstadt hat der Baulärm der Autobahn in den letzten Monaten zudem ein unerträgliches Maß angenommen und so wird der Ausbau der Autobahn nicht nur ein Platzproblem für das Tierheim. Der Lärm geht einem selbst als Besucher auf die Nerven. Wie empfinden da die wesentlich sensibleren Tierohren? Da hilft eine nette Zimmereinrichtung auch nur wenig….

Es waren auch im zurück liegenden Jahr vor allem die stillen Momente ganz ohne Besucherpublikum, die mich besonders berührten und die mich auch in diesem Jahr wieder oft zum Weinen brachten. Die Grausamkeit und auch die Naivität mancher Menschen ist wirklich grenzenlos…. Bei Weitem nicht jedes Tier schafft es, noch ein neues Zuhause zu finden und diese Abschiede sind für mich jedes Mal besonders schwer zu ertragen. Jedes verlorene Seelchen sollte wenigstens in seinen letzten Momenten in einer liebevollen und ruhigen Umgebung sein dürfen und von jemandem begleitet werden, der ihm sein Herz geschenkt hat… Viel zu viele müssen auf ein neues Zuhause über Monate oder sogar Jahre warten. Was sich hinter den netten Einrichtungen und den besonders selbstbewusten Tieren verbirgt, die sogar an Besuchertagen noch einen Schoß verlangen, auf dem sie sitzen und gestreichelt werden können – das sehen nur die wenigsten.

Ich bin dankbar, dass ich durch die oft auch nachdenklichen Momente im Tierheim immer wieder geerdet werde und mir vor Augen gehalten wird, worauf es – zumindest für mich – im Leben ankommt. Bei all der Belastung, die ein Ehrenamt im Tierheim mit sich bringt, so sind die Momente, in denen man spürt, dass ein Tier den kurzen Moment meiner Aufmerksamkeit genießt, unbezahlbar und das Gefühl, wenn ein Sorgenfell vermittelt werden konnte, unbeschreiblich schön. Alfons, Dutti, Shila, Lola, Lady, Sissi, Betty, Buffy, Kim, Minou, Geoffrey und wie sie alle hießen. Alle sie fanden nach meist langer Wartezeit endlich ein Zuhause, in dem sie geliebt und geschätzt werden und Hoffnung für alle die geben, die noch in den Tierheimen auf ein Zuhause warten oder solche, die nächstes Jahr unfreiwillig in eines einziehen werden.

Ich hoffe, dass ich auch in 2013 meine Zeit und mein Herz im Tierschutz einbringen kann und kann nur jeden tierlieben Menschen dazu animieren, sich ebenfalls zu engagieren. Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man einsetzt, sondern DASS man sich einsetzt und jedem Zweifler („ich weiß nicht, ob ich das emotional schaffe“ oder „ich habe doch so wenig Zeit“) kann ich nur empfehlen, es einfach zu probieren. Aufhören kann man jederzeit, aber wenigstens versuchen sollte man es und sich dabei immer auf die Tiere konzentrieren. Auch oder gerade im Tierschutz streiten sich die beteiligten Menschen leider immer wieder über verschiedene Ansichten, Ansätze, Verhaltensweisen und was weiß ich noch alles. Worauf es aber ankommt sind die Tiere und dass man ihnen die Stange hält. Wir Menschen können uns umdrehen und gehen. Die Tiere bleiben dort….

http://www.youtube.com/watch?v=RLs4uxtqhi0

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