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Frühstück

Zusammenstellung Frühstück

Heute geht es mal wieder um meine eigenen Fellpopos und ich werde etwas ausholen. Es sind – wie die meisten schon wissen – meine beiden ersten Katzen und ich muss gestehen, dass ich vieles bei ihnen falsch gemacht habe – und auch immer noch tue. Ich habe sie als Kitten bekommen; Cleo mit 9 Wochen (mein erster Fehler – sie wurde zu früh von ihrer Mutter getrennt), Polly etwa zwei Wochen danach mit 11 Wochen. Natürlich habe ich sie so gut ich wußte versorgt, habe viel gelesen und meiner damaligen Tierärztin vertraut. Beides sollte nicht immer gut gewesen sein…

Ein Fehler war z.B. ihre Ernährung. Auf Anraten meiner damaligen Tierärztin und aus diversen Artikeln entnommen dachte ich, dass eine Mischung aus Trockenfutter (gegen Zahnstein) und Nassfutter (für ausreichend Flüssigkeit) die optimale Ernährung wäre. Es wurde mir zudem ein bestimmtes Markenfutter als das „non plus ultra“ empfohlen. Außerdem solle man möglichst immer nur das Gleiche füttern. Immerhin seien Mäuse in der freien Natur auch immer gleich. Das klang für mich damals sinnvoll. Dass Katzen in der freien Natur nicht nur Mäuse fressen, fiel mir damals nicht ein…

Mittlerweile – knapp sieben Jahre später – habe ich viele Phasen hinsichtlich der Ernährung meiner beiden Fellis hinter mir. Je nach Artikel, Verkäufer, Tierarzt, Bekannten oder wo ich sonst Kontakt mit dem Thema Futter hatte, sollte es mal nur Trockenfutter sein, mal nur Nassfutter, mal am besten Barf, mal sollte es möglichst abwechslungsreich sein und dann wieder so eintönig wie nur möglich. Irgendwann lernte ich, mit Adleraugen auf den Hinweis „Alleinfutter“ oder eben nur „Ergänzungsfutter“ zu achten und auf die Zusammensetzung (hoher Fleischanteil, wenn auch keine 100% und kein Zucker, wenig Getreide – unter 10%). Zwischenzeitlich war ich – und vermutlich auch mein Mann – am Rande des Wahnsinns und meine beiden Süßen wurden unmerklich immer wählerischer – und schossen sich auf genau das Futter ein, was sie nicht fressen sollten – Trockenfutter und das Nassfutter mit Zucker… TOLL! … Nun, ich wollte ja nur das Beste und so probiere ich mich bis zum heutigen Tag munter durch die Sortiment-Paletten.

Cleos Flucht

Cleo flüchtet

Cleo und Polly haben sich auf besagtes Marken-Trockenfutter eingeschossen, was ich – mittlerweile leicht verzweifelt – mit vermeintlich hochwertigerem Trockenfutter (kein Getreide, nur Fleisch) anreichere. Während Polly die „guten“ Brocken meist einfach mit frißt, sortiert Cleo sie in der Regel fein säuberlich mit gerümpfter Nase (ja, kann sie wirklich) aus. Abends gibt es dann Nassfutter – je nach eigenem Stressfaktor mal Hochwertiges mit hohem Fleischanteil und ohne Zucker oder ein minderwertiges Schrottfutter mit Zucker (ja, ich gestehe, ich füttere dieses Zeug noch). In guten Phasen gibt es nur noch einen Mini-Anteil von dem Zeug, in schlechten fast nur das Zeug. Zu allem Überfluss hat Cleo auch noch meinen Mann trainiert, ihr nach ausgiebigem Maunzen (gerne auch nachts um 3) noch einen kleinen Happen Trockenfutter anzureichen (Sie dürfen raten, an welchen Tagen sie besonders hartnäckig plärrt). Es ist ein Teufelskreis….

Vor ein paar Monaten dann hat Polly auf eine Wurmkur mit stinkendem Durchfall und fürchterlich gucksendem Bauch reagiert… und hörte nicht mehr auf damit. Eine Darmkur brachte kurz Linderung und dann fing alles wieder an – zudem bekam sie immer häufiger Schluckauf (was zwar süß aussieht, aber sicher nicht süß ist). Wieder beschäftigte ich mich mit dem Thema Ernährung und las mich in das Thema „BARF“ ein. Kurz: ich fühlte mich überfordert. Dann besuchte ich das Katzenseminar im Tierheim mit Frau Kaetzke und festigte immer mehr den Entschluss: es MUSS sich etwas ändern.

Immerhin scheint Frau Kaetzke nicht allzu viel vom Barfen zu halten, was mich persönlich sehr erleichtert. Diese Zufütterung von Spurenelementen und allem Gedöns: ich traue es mir schlichtweg nicht zu. Die beiden bekommen zwar immer mal wieder frisches Fleisch als Leckerchen, aber nur rohes Fleisch ist dann doch eine andere Nummer…

Polly futtert

Polly futtert :o)

Wie auch immer. Ein paar Tage später nahm ich mir meinen Mann zur Brust: die Zwischenfütterungen mussten aufhören und ein ordentliches Futterkonzept musste her. Da eine Futterverweigerung bei Katzen aber wirklich gefährlich werden kann und Cleo ein echter Sturkopf ist, wollte ich es dieses Mal nicht alleine angehen: ich vereinbarte einen Termin mit Frau Kaetzke. Sie kommt nächsten Mittwoch und ich bin extrem gespannt!

Im Vorfeld haben wir jetzt schon seit 1 1/2 Wochen folgendes verändert: beide bekommen ausschließlich morgens und abends ihre Mahlzeiten von mir und keinerlei Zwischenmahlzeiten (die ersten Nächte haben wir nicht viel geschlafen…). Die einzige Ergänzung sind alle paar Tage etwas Malzpaste oder Malzbits. Die ersten Tage habe ich eine kleine Gabel voll hochwertiges Futter unter das Schrott-Nassfutter gemischt. Beide haben nichts oder wenig gefressen und Cleo laut gemotzt… Verschiedene „Geschmacksverstärker“ (ein Tropfen Öl, etwas Bierhefe…) haben nur einen homöopathischen Erfolg bei Polly gebracht – Cleo blieb zunächst stur. Morgens bekamen beide weiterhin ihr Trockenfutter. Die Angst, dass Cleo nichts frisst, war zu groß.

Im nächsten Schritt habe ich morgens dem Trockenfutter eine Gabel Schrott-Nassfutter beigemischt -> Verweigerung! Als ich dann ebenso stur blieb, erlebte ich ein Hochgefühl als Cleo eines Morgens tatsächlich gefressen hat – vermutlich aus Versehen auch das Nassfutter! hehe… Das Spielchen geht seitdem weiter. Ich erhöhe immer mal wieder die Dosis dessen, was sie eigentlich bekommen sollen und gehe wieder einen Schritt zurück, wenn sie komplett verweigern. Unsere Nachbarskatzen werden parallel mit hochwertigem Futter mitversorgt, weil ich den Rest dessen, was meine beiden nicht von einem auf den anderen Tag futtern, raus stelle.

Gestern habe ich dann mal versucht, das Trockenfutter zu zermörsern und dadurch die Menge deutlich zu reduzieren, die ich über das Nassfutter gebe. Gestern hat es geklappt, heute nicht. Wir hangeln uns also von Tag zu Tag und ich hoffe sehr, dass uns Frau Kaetzke noch einige hilfreiche Tipps geben kann… Vermutlich wird sie mich im besten Fall herzhaft auslachen und alles umwerfen oder im schlechtesten Fall sagen, dass ich mit meinem neusten Experiment alles nur noch schlimmer gemacht habe. Ich bin auf alles gefasst und hoffe das Beste… Es ist echt ein langwieriger und nerviger Prozess, aber zumindest schreit Cleo nicht mehr nonstop nach Futter, lässt uns nachts schlafen und allein das ist wirklich eine Wohltat!

To be continued…

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  1. Pingback: Der Speck muss weg: Ran an die Buletten (2/4) | Fellpopos Darmstadt

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